Virtuelle Rekonstruktion eines
Kieler
Museum
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„Die Landeshauptstadt ohne Landesmuseum“
von Hannelore Pieper-Wöhlk und Dr. Dieter Wöhlk
Auch wenn sich die Museumsszene in Kiel und der engsten Umgebung durchaus sehen lassen kann, so sucht doch mancher Besucher in der Hauptstadt unseres Landes vergebens ein der Bedeutung der Stadt angemessenes Landesmuseum, das u.a. auch die kulturelle Geschichte Schleswig-Holsteins präsentiert. Nicht nur dieser Mangel, sondern auch wiederholte Fragen unserer Leser nach dem alten Kieler Thaulow-Museum, das immer mal wieder auf Ansichtskarten der Zeit vor 1939 zu sehen ist, waren Anlaß, diesem verschwundenen Museum einen Artikel im Kieler Anzeiger zu widmen.
Geheimrat
Dr.
Gustav Ferdinand Thaulow, geboren 1817 und gestorben 1883 in Kiel, war
noch zu dänischen Zeiten des Landes Professor für Philologie
und Pädagogik an der Universität Kiel, die damals in der
Kattenstraße
nahe dem Kieler Schloß ihre Heimat hatte. Er gilt noch heute
zusammen
mit seinem Kollegen, dem Altphilologen und Archäologen sowie
Begründer
der bedeutenden Kieler Antikensammlung, Prof. Dr. Peter Wilhelm
Forchhammer,
als einer der wichtigsten wissenschaftlichen Wegbereiter des
Bewußtseins
für die Bedeutung der Kunst in den Herzogtümern Schleswig und
Holstein zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die beiden Forscher
profitierten
allerdings auch von der noch relativ großzügigen
Förderung
von Kunst und Wissenschaft durch den dänischen König in
seiner
Rolle als gleichzeitiger Herzog Schleswigs und Holsteins. Thaulow
setzte
sich besonders für philosophische
Kunstgeschichte
und Kunstverständnis im Rahmen der gymnasialen Bildung ein und war
Begründer des „Kieler Kunstmuseums“. Bedeutende Vorlesungen
Thaulows
sind noch heute ein Begriff. Z.B. hielt er 1860 ein Kolleg
über
»Monumente der christlichen Kunst«, im Wintersemester
1864/65
kombinierte er seine traditionelle Ästhetik-Vorlesung mit
einem
»Abriß der Geschichte der Kunst« und im
Wintersemester
1872/73 konnten seine Studenten Wichtiges Ȇber die
vorhandenen
Kunstwerke in Athen« lernen.
Seit 1850 sammelte Thaulow hochkarätige einheimische
Bildwerke
des 15. bis 18. Jahrhunderts, insbesondere Holzskulpturen
bedeutender
Schnitzkünstler aus den Herzogtümern, alte Meisterwerke, die
er oft genug lieblos und unsachgemäß aufbewahrt auf
Dachböden
und Rumpelkammern von Kirchen fand und durch sein Engagement dem
achtlosen
Verfall entriß. Erste Heimat der Sammlung waren Räume in Thaulows
Haus am Kleinen Kiel.
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Galerie 1:
Gebäude
Galerie 2: komplette Räume
Galerie 3:_ Einzelstücke