Der Schwedenstein in der Gemeinde Schwedeneck nahe Eckernholm
Seit 1928, als die Gutsbezirke aufgelöst wurden, gibt es die Gemeinde Schwedeneck. Sie entstand aus den Dörfern Noer, Dänisch Nienhof und Grönwohld.
Der Name der Gemeinde geht auf ein Grab schwedischer (und dänischer) Seesoldaten aus dem Nordischen Krieg (1700 bis 1721) zurück. Die Toten starben am 24. April 1715 in der Schlacht vor der Kolberger Heide, welche sich zum einem wesentlichen Teil in der Strander Bucht abspielte.
Bei dieser Seeschlacht waren die relativ großen schwedischen Kriegsschiffe in eine ungünstige Position gegenüber der dänischen Kriegsflotte gekommen und hatten versucht, aus der Kieler Bucht nach Norden zu entkommen. Wegen des ungünstigen Windes gelang dies nicht und sie suchten Schutz in der Strander Bucht zwischen Bülker Huk und Schilksee. Hier konnten sie allerdings wegen des flachen Wassers kaum manovrieren und die schwedische Führung beschloß, die Schiffe selbst zu versenken, was wegen des flachen Wassers ebenfalls mißlang. Die Dänen konnten sich so relativ leicht der meisten auf Grund gelaufenen Schiffe des Gegners bemächtigen und diese ihren Seestreitkräften nach geringfügigen Reparaturen einordnen.
268 schwedische und 65 dänische Soldaten kamen bei den Kampfhandlungen ums Leben und wurden der Überlieferung nach auf einem sandigen Platz in Heideboden nahe dem heutigen Surendorf begraben. Der Ort bekam den Namen Schwedeneck und wurde mit einem großen Findling sowie einem eisernen Gitter, welches bis vor rund 100 Jahren existierte, umfriedet. Von Seiten des Gutes Dänisch Nienhof wurde der Begräbnisplatz stets respektiert, jedenfalls solange das Gut bestand, also bis 1928.
Um den Streit zwischen den Dörfern, die damals zu einer Gemeinde ztusammengefaßt werden sollten, sich aber nicht auf einen Namen einigen konnten, zu schlichten, nannte man die neue Gemeinde nach dem Grab der Seesoldaten von 1715 Schwedeneck.
Mitglieder der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft beim Besichtigen des
Steines,
auf dessen Bedeutung heute keinerlei Hinweis vorhanden ist.
Blick auf die Ostsee von der Steilküste nahe dem Schwedenstein
in Schwedeneck
Fotos: Wöhlk (c) 2007