Der Jugendtreff in Schilksee
Es gibt Institutionen, die jeder kennt, weil sie (fast)
jeder stets und ständig braucht - z.B. die Post. Es gibt Institutionen,
die jeder kennt, weil sie einfach unübersehbar sind - z.B. der Schilkseer
Hafen. Und es gibt Institutionen, zu deren Besuch jeder Bürger eine
gewisse Anzahl von Jahren gezwungen ist - z.B. die Schulen.
Es gibt aber auch Institutionen, die unverzichtbar sind, in denen bedeutende
Arbeit getan wird, Institutionen, die - gäbe es sie nicht -
schnellstens erfunden werden müßten. Und dennoch: Kaum einer
kennt sie. Eine solche Institution ist in Schilksee z.B. der Jugendtreff.
Seit rund 15 Jahren gibt es diese Institution, die Jugendlichen im Stadtteil
die Gelegenheit gibt, sich in ihrer Freizeit zu treffen, versteckt neben
dem städtischen Kindergarten am Rande des Spielplatzes am Schilkseer
Kurpark. Es ist ein kleines Haus, Backsteinmauerwerk mit einfachem Flachdach
ohne jeden architektonischen Anspruch - fast wie eine simple Garage. Bis
1982 war diese „Garage“ Heimat der Schilkseer Feuerwehr, deren Neubau
auf dem Gelände der ehemaligen Halbhufe Kähler 1981 gerichtet
und im folgenden Jahr
fertiggestellt wurde. Das Gebäude des Jugendtreffs beherbergt
einen großen Raum mit Billardtisch, Sitzmöglichkeiten
sowie mit einem Tresen (mit einem Video-Schnittplatz und Musikanlage ausgerüstet
). Der Raum macht einen recht gemütlichen Eindruck, der junge Leute
ansprechen kann. Daneben gibt es nur noch sanitäre Einrichtungen und
eine Küche, die zugleich als Büro, Besprechungs- und Personalraum
genutzt werden muß.
Die Möglichkeiten im Haus erstrecken sich auf:
- Treffpunkt: Gespräche, Diskussionen
- Billard
- Nutzung des Video-Schnittplatzes
- Förderunterricht (individuelle Termine)
Nach Absprache sind auch Wochenendveranstaltungen möglich.
Grundsätzlich gilt im Jugendtreff Schilksee:
- Zeiten und Programme richten sich vor allem nach den Bedürfnissen
der Jugendlichen
und
- kein Alkohol, keine Drogen!!!
Die Personalausstattung im Jugendtreff ist vergleichsweise bescheiden, entspricht allerdings den üblichen Situationen in den anderen Einrichtungen dieser Größenordnung, soweit sie vom Jugendamt der Stadt Kiel betreut werden. Es stehen 1,5 Planstellen zur Verfügung, die drei junge Damen sich teilen. Eine der drei Betreuerinnen arbeitet wechselweise in den Jugendtreffs Schilksee und Russee der Stadt Kiel. Allein aufgrund der Personalsituation kann nur eine Gruppe zur Zeit betreut werden. Seit 4 Jahren gibt es u.a. eine feste Mäd chengruppe. Trotzdem sind für die Arbeit im Jugendtreff für die nahe Zukunft neue Aktivitäten und neue Schwerpunkte geplant. Dies gilt grundsätzlich für alle Kieler Jugendtreffs des Kieler Jugendamtes. Eine Besonderheit für Schilksee stellt durch die Gründung der Schilkseer Runde die Möglichkeit der Vernetzung der Arbeit im Jugendtreff mit der Arbeit anderer Institutionen im Stadtteil Nr. 1 dar.
Projektiert ist z.B. auch eine Broschüre, die sich vor allem an
jugendliche Neubürger und insbesondere an Touristen wendet:
Jugendlichen sollen hier kompetente Informationen über interessante
Angebote - Insider-Tips - zu den Themen „Wo finde ich die nächste
Diskothek?“, „Wie fahren die Busse zu interessanten Veranstaltungen,
und wie wieder zurück?“ oder „Welche Freizeitmöglichkeiten
bieten Schilksee, die Umgebung und die Stadt Kiel insgesamt?“ . Interessant
für alle Schilkseer könnte auch eine geplante Informationswand
(„Biete-Suche-Tausche“) sein,
wenn es darum geht, ein Schnäppchen zu machen oder einen neuen Skatepartner
oder Mit-Skater zu finden. Eine wichtige Aktivität der Betreuerinnen
im Jugendtreff wird auch die präventive Präsenz an informellen
Treffpunkten im Stadtteil sein, um den Jugendlichen vor Ort als Ansprechpartner
zur Verfügung stehen zu können.
Wie wichtig die Jugendarbeit ist, erkennt man auch, wenn man einen Blick über die Grenze nach Norden richtet. In vielen Gemeinden Dänemarks hat sich gezeigt, daß Umfang und Qualität der Jugendarbeit direkte Auswirkungen auf die Kriminalität der jungen Generation haben. Je besser das Freizeitangebot an Jugendliche, desto geringer die Jugendkriminalität. Wer also einseitig auf Reaktion setzt und nur nach vermehrtem Einsatz von Polizei ruft, vergißt, daß Vermeidung eines Problems immer der bessere Weg ist. Jede Mark, die bei der Jugendarbeit gespart wird, kommt uns an anderen Stellen teuer zu stehen!!!! Die dänischen Erfahrungen haben allerdings auch gezeigt, daß die Angebote attraktiv, umfangreich und zielgerichtet sein müssen, damit sie ausreichend wahrgenommen werden. Der TSV Schilksee wünscht dem engagierten Team des Jugendtreffs für die Zukunft viel Erfolg.
aus:
TSV Schilksee-Vereinsnachrichten 1999