Neue Informationen über Schilksee - nicht ohne Mängel!
 


Das Altenteilerhaus auf Kahlenberg, an ihm kommt man vorbei, wenn man statt der Karte der Stadt Kiel
unseren Wanderempfehlungen durch Schilksee folgt

Karte von Schilksee                    Stadtteilseite Schilksee



1. Faltblatt und Internet-Info: Auf Grünen Wegen durch Kiel - Schilksee

So begrüßenswert das ganze Projekt auch ist: Das neue Faltblatt der Stadt Kiel über grüne Wege durch Schilksee enthält einige gravierende Fehler und Mängel.

Der Grüne Berg (s.u.) hat seinen Ursprung in der letzten Eiszeit. Er ist durch Gletscherbewegungen entstanden und über 10 000 Jahre alt, also nicht rund 30 Jahre wie die Stadt Kiel behauptet. Schon auf Karten des 19. Jahrhunderts ist der Berg verzeichnet. Sein richtiger Name ist Kronsberg. So nennen ihn heute noch alte Schilkseer. Der Name Grüner Berg entstand in den Jahren nach der Annexion Schleswig-Holsteins  durch Preußen (1867) bei der  Neuvermessung des Landes. Die Landvermesser kamen aus Ostpreußen und waren nicht in der Lage, die Namen der Flurstücke, Erhebungen usw. in jedem Fall korrekt zu karthografieren (Karte von 1875). Weitere - und detailliert belegte - Beispiele dieser Arbeit gibt es aus Altenholz. Im Zuge der Bauarbeiten an der Fördestraße in den 1960er  bzw. am Wohngebiet um die Graf-Luckner-Straße  in den  1970er Jahren wurde der Kronsberg gründlich umgestaltet, kann aber keinesfalls als eine Neuschaffung der Baumaßnahmen vor rund 30 Jahren gesehen werden. (siehe Literatur). Das 1925 auf seiner Spitze von Hans Olde (Seekamp) errichtete Denkmal wurde zwar wieder aufgestellt, aber ohne Sockel und falsch in der Ausrichtung.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Der Kronsberg (Grüner Berg): links 1966 (Bild aus einer berufswissenschaftlichen Arbeit),
                                            rechts 2004 nach der Umgestaltung zwischen 1969 und 1978

Schade ist, daß die Route 2 (blau) am (ehemaligen) Gut Seekamp vorbeiführt. Hier befindet sich der  Skulpturenpark der Hans-Kock-Stiftung, der als einer der bedeutenden Kunstgärten Europas gilt. Er ist stets für die Öffentlichkeit zugänglich ist und lädt zum Spazierengehen und Verweilen in Kobination mit Kunstgenuß ein. Ein Hinweis auf die kontinuierliche Arbeit vieler Künstler auf Seekamp seit den 1870er Jahren fehlt völlig, immerhin erhielt Hans Kock in diesem Jahr den Kulturpreis der Stadt.
 


          Vortrag im Pferdestall 2003
 
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Stets zugänglich: der Skulpturenpark auf Seekamp
 
 
 

Schade ist auch, daß die Route 1 (rot) den Weg Windjammer entlangführt, ein wenig attraktiver Kunstweg, geschaffen in den 1970er Jahren. Empfehlenswerter wäre es, hier einen Bogen nach Süden zu schlagen und die über 200 Jahre alte Straße Scheidekoppel zu nehmen, die durch den gleichnamigen Hof (Bebauung z. T. von 1820), dann  am ehemaligen Hof Kahlenberg vorbei zur Strand führt. Für Kinder besonders attraktiv sind die vielen auf Scheidkoppel beheimateten Pferde, für die neben Koppeln Stallungen und eine Reithalle zur Verfügung stehen.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Straße Scheidekoppel (linkes Foto) führt von der Schilkseer Straße zum Hof Scheidekoppel, rechts das Wohnhaus von 1820


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Pferde auf der Koppel und der Pferdestall: warum sollen die Kieler hier nicht einmal ein Blick hinwerfen?
 

Das alte Wohnhaus auf Kahlenberg, östlich Scheidekoppel

In Kombination hiermit bietet sich ein Spaziergang in den Süden Schilksees an, und zwar in dem nach 1926 von der Stadt Kiel angelegten  Waldstück entlang des Kahlenberger Strandes, welcher Reste eines 100 Jahre alten Schießstandes aufweist. Wissenswert ist auch, daß sich  südlich des Hofes Scheidekoppel in den Äckern rund 10 Grabhügel aus der Stein- und Bronzezeit befinden, die zwar schon vor längerem übergepflügt wurden, doch mit Sicherheit weitgehend erhalten sind (Foto). An dieses Gebiet schließt sich das Gewerbegebiet Schilksees im Bereich Redderkoppel/Koppelberg an, das viele Menschen fälschlicherweise Friedrichsort zuordnen, obwohl Friedrichsort erst gut 1 Kilometer südlicher beginnt, wo die Friedrichsorter Straße in die Straße An der Schanze übergeht (Grenze durch eine Steinplatte in der Straße markiert).


Das Gelände, in dem sich ca. 10 stein- und bronzezeitliche Gräber befinden. Es gehört zum Hof Scheidekoppel.



Schon zweimal – im Rahmen der Tourist-Information Kiel sowie in Zusammenhang mit dem Hundestrand in Schilksee – hatte es Fehler in Faltblättern gegeben. Es kam zwar in beiden Fällen zu Gesprächen mit uns, dennoch sah man sich nicht in der Lage, die Fehler zu korrigieren.


 

Literatur zum Thema "Grüner Berg/Kronsberg" u.a. zum Thema Schilksee

Olde, Hans:                                               Seekamp, München o. J.
Baasch, Hermann:                                     Das frühere adelige Gut Seekamp ... in JbE 27/1969
Kröske, Bärbel:                                         Schilksee - die Entwicklung einer stadtnahen Fördesiedlung ...
                                                                Kiel 1967
Pieper-Wöhlk, Hannelore/Wöhlk, Dieter :    Historisches aus den Stadtteilen, Kiel 1998
diess.:                                                       725 Jahre Schilksee, Kiel 1999
diess.:                                                       Archivbilder Schilksee, Erfurt 2002
Sutton-Verlag (Hrsg.):                                Die Ostseeküste in alten Fotografien, Erfurt 2004



2. Die neue Stadtteil (-Teil)-Tafel Ecke Funkstellenweg/Langenfelde
 

An sich eine gute, eine begrüßenswerte Idee, nur hat man die Chance versäumt, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.

Positiv: Wer den Niobeweg in Schilksee sucht, hat gute Karten, ihn zu finden. Gegenüber der Post-Filiale hilft ihm eine Tafel weiter und schnell kommt er ans Ziel. Negativ: Im Dunkeln hilft sie allerdings nicht, es sei denn er steigt aus. Die Tafel ist nur für die Fußgänger beleuchtet.
Negativ: Wer den Reiherweg sucht - er liegt geringfügig nördlicher als der Niobeweg - hat Pech. Dafür gibt es keine Karte in der Nähe. Positiv: Immerhin weiß man nun, wo man nicht suchen muß.

Negativ: Man hätte mit dieser Tafel auch die unsägliche, weil falsche, Bezeichnung "Schilksee-Süd" austilgen können! Die Tafel befindet sich ziemlich genau in der Mitte Schilksees und nicht im Süden!
Positiv:Die Überschrift "Schilksee-Süd" kann man so gut wie nicht lesen, weil sie von einer Leuchtstoff-Röhre verdeckt wird.


Fotos: Wöhlk 2004 (c)                                             Copyright Pieper-Wöhlk Kiel 2004