Schilkseer Feuerwehrmann aus den 1930er Jahren


Herzlichen Glückwunsch: 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schilksee

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In diesem Jahr feiert die Schilkseer Feuerwehr ihr 75. Bestehen. Dazu gratuliert der Stadtteil Schilksee sehr herzlich. Wir wünschen der Schilkseer Feuerwehr alles Gute und „Wasser marsch!“
 Der Bootsbrand am 17. Januar 2004, dokumentiert von Dieter Wöhlk (c)                Erste Fotos von den Feiern 75 Jahre FFW Schilksee
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 
 

Hier das attraktive Programm im Juni 2005

Mittwoch, 8.6.                                                                                           WETTKAMPF (Schlauchzielwerfen)             Zeit: 18 Uhr

Teilnehmer(eingeladen !) :alle freiwilligen Feuerwehren aus Kiel, weiterhin: WF HDW, WF MFG 5, die Freiwilligen Feuerwehren Altenholz, Gettorf, Dänischenhagen, Strande sowie - soweit vorhanden - auch jeweils die Jugendfeuerwehr
Ort: Wiese Schilkseer Str./ Seekamper Weg/Fördestr.

im Anschluss Beisammensein im Feuerwehrhaus

Sonnabend, 11.6.                                                                                   KINDERFEST                            Zeit: 13 bis 16 Uhr
am Feuerwehrhaus
Spiele, Geräteschau, Kuchen, Bratwurst etc.

Sonnabend, 11.6.                                                                                   FEUERWEHRBALL                  Zeit: ab 19 Uhr
Hof Heisch

Eintritt 7,50 Euro   (bei Fa. Sienknecht, der Feuerwehr, beim TSV Schilksee u.a.)


Übrigens: die Feuerwehr Strande ist auch am 12. Januar 1930 gegründet worden und begeht ihr Jubiläum am Wochenende
20.-22. 5.  Auch nach Strande einen herzlichen Glückwunsch!



 
 
 
 
 
 
 

Geschichte der Feuerwehr in Schilksee                      Wird demnächst aus Anlaß des Jubiläums ergänzt und aktualisiert!

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden um Kiel herum behielt Schilksee verhältnismäßig lange eine sogenannte Pflichtfeuerwehr, deren Existenz schon im 19. Jahrhundert für die Gemeinden - wie der Name schon sagt - Pflicht war, einer Berufsfeuerwehr ähnelte, sich letztlich aber nicht bewährt hatte. In ihr diente interessanterweise mit Albert Sienkecht der Großvater des jetzigen Leiters  der Schilkseer Feuerwehr. Neben der Pflichtfeuerwehr gab es auf  Seekamp eine Feuerspritze, die ihren Aufbewahrungsort im inzwischen arg zerfallenen Haus gleich neben der Einfahrt hatte. Daß eine Feuerwehr in Schilksee dringend notwendig war, hatte sich hier schon im letzten Jahrhundert gezeigt: 1860 war das Gutshaus auf Seekamp (gebaut von Erich von Berger im Jahre 1820) abgebrannt und wenige Jahre später, 1881, mußten auf Scheidekoppel gleich mehrere Gebäude nach einem Brand neu errichtet werden.

Erst im Jahre 1930 am 12. Januar, Jahrzehnte später als die meisten Wehren von Kiel und Umgebung, wurde auch in Schilksee eine freiwillige Feuerwehr gegründet, sie ist somit eine der jüngsten Wehren des heutigen Stadtgebietes. Mehr als 30 Jahre behielt sie ihren ersten  Wehrführer, den Maurer Julius Harm aus der Ulmenallee. Schon im Jahre 1931 kam es zum ersten großen  Einsatz nach der Gründung: Feuer im Dorfkrug, bei dem große Teile des Gebäudes zerstört wurden. Obwohl es sehr danach aus sah, als wäre der Brand gezielt gelegt worden, konnte es nie geklärt werden, ob es tatsächlich Brandstiftung war! Der Dorfkrug wurde - vor allem in der vom Feuer besonders betroffenen Nordhälfte neu aufgebaut und erhielt so ein verändertes Aussehen.

Das Feuerwehrhaus - von der Pflichtfeuerwehr übernommen - lag bis in die 1950er Jahre in unmittelbarere Nähe des Koppelteiches an dessen Nordufer gegenüber der späteren Postsiedlung (Foto links). Der Teich diente als Quelle für Löschwasser. Die Ausrüstung zur Brandbekämpfung war denkbar primitiv: eine von Pferden gezogene Handdruckspritze. Als im Krieg im Jahr 1941 (nach einem Bombenabwurf) auf Seekamp  Gebäude  brannten, erlebt diese alte Spritze ihren letzten Einsatz und wurde anschließend durch moderneres Gerät ersetzt, welches zunächst durch einen Bulldog-Schlepper, später durch einen Horch- (heute: Audi) PKW  gezogen wurde. Die Einsätze dieser Spritze und ihres Zugfahrzeuges führten im Kriege z.T. weit über die Gemeindegrenzen hinaus sogar bis nach Hamburg: eine im 2. Weltkrieg übliche Praxis, die auch Hamburger Feuerwehrleute z.B. nach Kiel geführt hat.

Seit dem 17.2.1934 war neben anderen Wehren des Kieler Umlandes auch die Freiwillige Feuerwehr Schilksee mit Fahrzeug und Gerät der Feuerwehr des Ortspolizeibezirks Kiel zugeordnet, im 2. Weltkrieg gliederte man sogar die Berufsfeuerwehren als Feuerschutzpolizei in das Polizeiwesen ein, ihre Angehörigen hatten als Mitglieder der Feuerschutzpolizei des Status von Polizeivollzugsbeamten (Erste Durchführungsverordnung zum Gesetze über das Feuerlöschwesen vom 27.9.1939). Nur die Freiwilligen Feuerwehren wurden – neben Pflicht- und Werksfeuerwehren - weiterhin offiziell als Feuerwehr bezeichnet. Den Gemeinden wurde vorgeschrieben, ob Freiwillige oder Pflichtfeuerwehren neben der Feuerschutzpolizei aufzustellen waren. In jedem Fall unterstand die gesamte Feuerwehr dem Leiter  der Feuerschutzpolizei und damit dem Polizeiwesen. Von den Feuerwehrmännern wurde damals i.a. militärische Vorbildung als Voraussetzung für ihre Tätigkeit verlangt.

Über weitere Details der Arbeit der Schilkseer Feuerwehr ist leider nichts zu berichten, da die Unterlagen im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg fast vollständig verloren gingen.

Mit dem Ende des Krieges und des Zusammenbruches der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft kam für die Freiwilligen Feuerwehren nicht nur in Kiel das Ende: sie wurden fast ausnahmslos aufgegeben  oder lösten sich selbst auf, so auch die Freiwillige Feuerwehr in Schilksee. Aber schon am 2.8.1948 erfolgte die Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde. 18 Aktive und 11 Förderer  bilden einen bescheidenen Anfang, ein voll motorisiertes Fahrzeug auf Unimog-Fahrgestell ließ für die Zukunft hoffen. 1959 kam die Freiwillige Feuerwehr Schilksee durch Eingemeindung als dritte freiwillige Wehr zum Stadtfeuerwehrverband Kiel. In diesem Zusammenhang erhielt sie statt des Unimog ein Fahrzeug von der Firma Ford. Bis kurz nach dem 50jährigen Bestehen (großes Fest am 10.7.1981 in der Vaasa-Halle) sollte es dauern, bis die Feuerwehr nach Provisorien beim Strandhotel sowie am Kurpark ein neues großes Feuerwehrhaus bekam.  Das ehemalige Feuerwehrhaus am Kurpark steht noch heute neben dem Gebäude der Sparkasse und dem des städtische Kindergarten. Es beherbergt heute den Jugendtreff der Stadt Kiel. Der großzügige Neubau von 1982 steht leicht abseits der Schilkseer Str. 154bauf dem Gelände der ehemaligen Halbhufe Kähler mitten im alten Dorfkern. Er bietet nahezu alles, was eine moderne Feuerwehr benötigt: 2 Stellplätze für Fahrzeuge, Schulungs- und Gruppenraum, Jugendraum u.a. .

In Schilksee war es Kiels 6. Jugendfeuerwehr, die ihre Jugendarbeit am  9. Oktober 1978 mit 25 Jungen unter der Betreuung des Jugendfeuerwehrwartes Karl-Heinz Harms begann. Die offizielle Bestätigung erfolgte am 2.3.1979. Seitdem arbeitet die Jugendfeuerwehr mit großem Erfolg unter aufmerksamer Beachtung durch die Bevölkerung. Die Schilkseer Jugendfeuerwehr stellt nicht nur durch Nachwuchsschulung den Feuerschutz im nördlichsten Stadtteil  mittelfristig sicher, sondern hilft auch z.B. bei Tagen der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Schilksee, bei der Sicherung von Laternenumzügen der Kindergärten oder Aktivitäten bei Hafenfesten.

Die Leiter der Schilkseer Feuerwehr in 70 Jahrzehnten:
Nur 4 Namen sind hier zu nennen, die Schilkseer Feuerwehr hat also in ihrer Leitung über die Jahrzehnte eine bemerkenswerte Kontinuität aufzuweisen:

1930 bis 1961               Julius Harm
1961 bis 1973               Werner Will
1973 bis 1997               Ernst Bahr
seit Mai 1997               Joachim Sienknecht

Einsatz des Schilkseer Wehr beim Tag des Offenenen Bauerhofes 1998,
          Hof Heisch (rechts: Wehrführer Joachim Sienknecht)


Fotos vom Mittwoch, 8.6. 2005:  FFW-WETTKAMPF (Schlauchzielwerfen)

Zunächst der Wettkampf:


... und nach getaner Arbeit ist gut feiern!


 


 


 


Löschen ist moralische Verpflichtung - und wenn es Durst löschen ist
 

Na, denn bis Sonnnabend!


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Texte Fotos:
 
 

Feuerwehrübung an der Ruine der ehemaligen Gaststätte „Zum Alten
          Schießstand“, 1970er Jahre