Am 17. Juni bot sich den ersten Kieler-Woche-Gästen 2005 eine Überraschung:
Die Nachricht des Sommers:
Schilksee hat wieder (s)eine Bauernstube!
Erinnern wir uns: Sie
stammt noch aus den ersten Tagen des Olympiazentrums in Schilksee: die
Bauernstube. Zunächst "dümpelte" sie eher vor sich hin,
als daß sie ein Renner wurde, später war ein Kult-Restaurant
mit gutem Ruf ünber die Grenzen Schilksees hinaus. Neben speziellen
Fischgerichten war sie vor allem wegen des (fast) einmaligen Bauernfrühstücks
und ihres für lange Jahre guten Service bekannt. Im Sommer waren die
Gäste vor allem Touristen und Strandfreunde, im Winter eher Schilkseer
Einwohner, die auf einem Spaziergang ein wenig Wärme suchten, und
natürlich die Segler, die an ihren aufgebockten Schiffen arbeiteten.
Von den Besitzern der frühen Jahre ist vielen noch Gottfried bekannt,
seinen Nachnamen Dehncke kannten weit weniger seiner Gäste, die er
von 1974 bis 1986 bewirtete. Peter Rosenow, Ehemann der unvergessenen Helga
Rosenow aus dem Restaurant am Olympiahafen, war der letzte Besitzer der
alten Bauernstube. Er gab im Herbst 2003 auf, so daß im folgenden
Winter viele, die bei Wind und Wetter ihre Schiffe sommerfertig machten,
auf den kurzen Weg zu heißen Getränken wie Kaffee, Tee und Grog
und natürlich auf das Bauernfrühstück in vertrautem Ambiente
verzichten mußten.
Im Mai 2004 wurde das
Restaurant überraschend wieder eröffnet, aber unter neuer Leitung
und vor allem unter neuem Namen: "Fischerman´s"! Neben dem neuen
Namen war es vor allem der Strandsand (oder war es schnöder Baukies,
wie böse Zungen behaupteten?) unter und zwischen den Tischen im Außenbereich,
der dem Restaurant einen neuen Touch vermitteln sollte. Innen wurde - außer
einem kräftigen Orange an den Wänden - fast alles beim alten
belassen, obwohl eine grundlegende Renovierung nicht falsch gewesen wäre.
Im Herbst 2004 änderte sich die Lage allerdings schlagartig: "Wegen
Renovierung kurzfristig geschlossen!" hieß auf großflächigem
Packpapier, das in langen Wintermonaten dann langsam aber sicher dem Drängen
der Schwerkraft nachgab und deutlich machte: "Hier tut sich bestimmt nichts!"
Für die Kieler Woche 2005 schien das alles nichts Gutes zu verheißen! Eine Kieler Woche ohne Jazz-Zelt (hatten wir schon mal - das reichte!), ein Jazz-Zelt ohne Bauernstube???? Wie sollte das gehen?
Doch dann das große Erstaunen: Das Foto vom 17. Juni zeigte es deutlich: Neben dem Festzelt war statt des ungeliebten "Fisherman´s" zu lesen:

In Zusammenarbeit mit der Firma Cohrt hat die Familie Mastrangelo - bekannt vom Restaurant Italia im Olympiazentrum - vorerst bis zum Herbst - die Leitung der Bauernstube übernommen. Hierbei soll bewußt an den alten Stil Gottfried Dehnkens angeknüpft werden: Bauernfrühstück mit frischen Kartoffeln, frisch wie in alten Zeiten hinten in der Küche von jungen Leuten geschält, mit Eiern von glücklichen Hühnern, beides vom Hühnerhof Postkamp. (Wer also Tiefkühl-Bratkartoffeln und Rührei aus Eipulver oder ähnliches besonders schätzt, sollte die neue Bauernstube meiden.) Zu Ei und Kartoffeln gibt es natürlich leckere Schinkenwürfel und alles, was sonst noch zum Bauernfrühstück dazu gehört.
Wir sprachen bereits mit Gästen, die da waren - das Urteil: "Lecker - wie in alten Zeiten!"
Daneben gibt es eine reichhaltige Auswahl an Speisen für (fast) jeden Geschmack und zu trinken empfehlen wir ein frisches Carlsberg-Bier vom Faß. Das ist doch vor allem etwas für die Skandinavien-Fans!
Für die, die diese KN-Meldung bei uns oder in den KN selbst gelesen haben: das Bauernfrühstück war schon zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges bekannt und hat ein schwedisches Pendant, das vermutlich die Wikinger schon kannten und in Schweden mindestens so beliebt ist wie unser Bauernfrühstück: Es heißt "Pytt i panna" . Hier sind die Bratkartoffel i.a. würfelförmig (ungefähr jedenfalls!) und es gibt Spiegelei, Gurke, Speck bzw. Fleischwürfel und Rote Beete dazu. Vielleicht wäre das mal eine Idee für die Bauernstube!