Reedereien der Kieler "Hafendampfer"
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Jaeger und Dibbern (Neumühlen): Neumühlen - Kiel und zurück ab 1800
Beeke Sellmer (Laboe): Laboe - Kiel und zurück (siehe Foto) ab 1857
Max Vöge (Laboe): Laboe - Braunberg (heute: Falckenstein) und zurück ab 1860
Wadenboot "Beeke Sellmer", 2003 im Laboer Hafen
Anfang der Jahrhunderwendean der Bahnhofsbrücke
Reedereien der ersten Jahre
- H.F. Heuer, Gaarden
1866 bis 1888 (übernommen von NDC)
- Vereinigung Kieler Bootsleute (J. Ludwig & Co)
1866 bis 1908 (ersetzt durch Städtische Fähre, Kiel)
- Norddeutsche Dampfer AG
1876 bis 1896
- Fährschiffsgesellschaft Schiff- und Machinenbau AG "Germania"
seit 1976 (aus Norddeutsche Dampfer AG entstanden)
- Städtische Fähre, Kiel
1908 bis 1944
- C. Krantz und G. Holm, Kiel
1865 bis 1873/76
- Schlüter,Schütt und Wiese ("Grüne Dampfer")
1877 bis 1887 (übernommer von NDC)
- F. Holm, Kiel
1866 bis 1887 (übernommer von NDC)
- Gesellschaft "Verein", Laboe/Vereinigte Dampfschiffahrtsgesellschaft
1875 bis 1887 (übernommer von NDC)
- Ludwig Walbaum
1866 bis 1882
- Fritz Scheel
1866 bis 1903
Hafenrundfahrt AG,
später KVAG Abt. Schiffahrt, heute Schlepp- und Fährgesellschaft
(SFK)
MS Kitzeberg I, Eiswinter 1929, Februar
Die Schiffe der NDC ("Schwarze Dampfer") standen schon farblich im Gegensatz zu den "Weißen Dampfern" der 1905 vom Kieler Makler Christian Ivers gegründeten "Hafenrundfahrt AG". Damit waren drei richtige Reedereien auf der Förde tätig
Für die Hafenrundfahrt war der Viehtransport lange
Zeit ein ähnlich lohnendes Geschäft. Hauptaufgabe aller drei
Reedereien blieb allerdings der normale Personentransport auf der Kieler
Förde, zum Teil für Berufspendler und - noch vor dem ersten Weltkrieg
- verstärkt für Ausflügler aller gesellschaftlichen Schichten.
Es gab den ganzjährigen Linienverkehr Kiel-Friedrichsort-Laboe, Linien
im Rundverkehr und direkte Kurse zu einzelnen Anlegern. Das Geschäft
florierte. Was man sich heute kaum vorstellen kann: zeitweise lief alle
30 Minuten ein Schiff z. B. Friedrichsort an.
MS Laboe I, nach dem Umbau aus dem Schlepper Laboe vor der
Verlängerung (Foto nach der Verlängerung: hier
klicken!), weitere Fotos: hier klicken!
Die Hafenrundfahrt AG mit ihren betagten "Plätteisen",
wie sie im Volksmund hießen, zog Anfang der 30er Jahre nach (MS Stadt
Kiel, MS Heikendorf, MS Kitzeberg, MS Möltenort). Weitere Dampfer,
vor allem bei der NDC, wurden mit dem neuen Antrieb versehen, teilweise
total umgebaut. Doch die Hafenrundfahrt AG ging, von den brauen Machthabern
im Rahmen ihrer Zielsetzungen vom Rathaus finanziell unterstützt,
völlig neue Wege: 1937 kaufte man die Holsteinische Autobusgesellschaft,
nannte sich ab 1938 Kieler Verkehrs AG, gliederte die NDC ein und übernahm
1942 große Anteile der Kieler Straßenbahn (die letzten Aktien
wurden 1965 übernommen). Gleichzeitig stieg die Stadt Kiel in großem
Maßstab bei der neugegründeten Kieler Einheits-Verkehrsgesellschaft
KVAG als Hauptaktionär ein.
MS Heikendorf I, 30er Jahre
MS "Möltenort" an der Mole in Laboe, AK 1950er Jahre
MS Andreas Gayk, 70er Jahre am Olympiahafen Schilksee
Wasserbusse der KVAG Abt Schiffahrt am Anleger Gaarden (gegenüber
der Innenstadt gelegen, heute
befindet sich hier das Norwegen-Terminal, Color-Line Kiel - Oslo
sowie eine Fußgängerbrücke),
ca. 1965
Wasserbus der KVAG Ende der 1970er Jahre, zusammen mit der
"Gorch Fock"
Der Erfolg der ersten Fährgesellschaften brachte hartgesottene Geschäftsleute auf den Plan. 1886 wurde die Neue Dampfer Compagnie (NDC) gegründet. Ihre Schiffe trugen wegen ihres Anstrichs im Volksmund den Namen "Schwarze Dampfer" und standen schon farblich im Gegensatz zu den "Weißen Dampfern" der 1905 vom Kieler Makler Christian Ivers gegründeten "Hafenrundfahrt AG".
MS Schilksee I, das erste Motorschiff der NDC
Die NDC bot bald zusätzliche Fahrten außerhalb der Kieler Förde an und versuchte sich, zum Teil auf regulären Fördedampfern, mit wechselndem Erfolg im Viehtransport. Wichtiger Zweig der NDC war außerdem die Schleppschiffahrt. Hatten die Schlepper nichts zu tun, konnten sie außerdem zum Personenverkehr eingesetzt werden.
Schon Ende der 20er Jahre hatte die NDC mit modernen
Motorschiffs-Neubauten von sich reden gemacht (MS Schilksee, MS Strande).
Die Dampfer, vor allem bei der NDC, wurden Schritt für Schritt mit
dem neuen Antrieb versehen, teilweise total umgebaut.
NDC - Motorschiff "Libelle" (Spitzname "Liebelei") vor Schilksee,
1930er Jahre
Doch die Hafenrundfahrt AG ging, von den brauen Machthabern
im Rahmen ihrer Zielsetzungen vom Rathaus finanziell unterstützt,
völlig neue Wege: Sie nannte sich
ab 1938 Kieler Verkehrs AG und gliederte auf Anweisung
der Staatsführung die NDC ein. Das war die Geburtstunde einer umfassenden
Kieler Verkehrsgesellschaft mit Bussen, Schiffen und - für rund 40
Jahren - Kieler
Straßenbahn.
NDC-Dampfer am Anleger Holtenau ca. 1910
Schwarzer Dampfer (NDC) verläßt die Seegartenbrücken
Dampfer "Heinrich", Ausflugsfahrt auf dem Kaiser-Wilhelm-Kanal
Ein Schiff der "Blauen Linie" von A.C. Hansen passiert den Seefischmarkt,
1950er Jahre
Willy Zenner übernahm ab 29. Januar 1952 die Fährverbindung zwischen der Innenstadt und Gaarden, die bis 1944 die Städtische Fähre mit den Trajektfähren Primus, Secundus und Tertius wahrgenommen hatte. nach 1962 wurde die Linie bis zum Bau des Schwedenterminals durch die KVAG, Abt. Schiffahrt, betrieben.
Wer mehr wissen will über die Kieler Personenschiffahrt: Neuerscheinung des Buches von H. Pieper-Wöhlk u. D. Wöhlk