Eines der vielen verschwundenen Wahrzeichen Kiels:
Abgerissen auf Anordnung von Menschen, die hier nicht wohnen und an Kiel kein Interesse haben!
 
 


Der Signalturm an der Adalbert-Brücke
Die vordere Brücke, an deren Ende der Turm steht ist die Adalbert-Brücke, die hintere, die im Winkel
verläuft und zeitweise den Torpedobootshafen bildete, ist die Blücher-Brücke




Eines der letzten Bilder des Signalturmes vor seiner Zerstörung (siehe Text!)


Typisch Kiel: Signalturm mit Kriegsschiff, Seglern und einen Zweier-Kajak, fehlen nur die Ruderer!


Diekt neben dem Signatturm lagen kurz vor dem 2. Weltkrieg die drei Segelschulschiffe der Kriegsmarine


Blick von der Blücherbrücke auf Adalbert-Brücke und Turm von Süden aus


Links im Hintergrund von Brücke, Turm und Linienschiff (vermutlich Schleswig-Holstein) die Howaldtswerke


Der Signalturm war auch für Maler ein beliebtes Motiv




Der Signalturm in Düsternbrook                                           weitere Bilder

 von Hannelore Pieper-Wöhlk und Dr. Dieter Wöhlk

Entstehung und Ende eines Kieler Wahrzeichen

Mit dem außregwöhnlichen Wachstum der kaiserlichen Marine zu Beginn des 20. Jahrhunderts, immer mehr  und immer größeren Kriegsschiffen stieg auch das Problem des Informationsaustausches  zwischen den Dienststellen an Land und den Schiffen. Da es ja aber noch nicht annähernd die technischen Kommunikationsmittel wie heute gab, war man weitgehend auf Flaggen- und Scheinwerfersignale angewiesen, die allerdings von erhöhter und weithin sichtbarer Stelle abgegeben werden mußten. Zu diesem Zwecke baute man dort, wo heute das Südende des Olympiahafen Düsternbrook liegt, um 1913 einen Signalturm, der durch eine etwa 50 m lange hölzerne Brücke, die Adalbert-Brücke,  mit Land verbunden war. Turm und Brücke lagen unmittelbar neben der - nach dem 2. Weltkrieg neu gebauten - Blücher-Brücke, wo sich lange Jahre der Liegeplatz der Gorch Fock befand und heute ein Restaurant-Schiff Gäste anlockt. Wegen der Nähe dieser Brücke denken viele Menschen heute, der Signalturm hätte an der Blücher-Brücke gestanden, ein Irrtum, dem auch mancher Buchautor erlegen ist. Der kleine Hafen an der Blücher-Brücke war lange Zeit Heimat von U-Boot-Flotillen und  Liegeplatz der Segelschulschiffe der Kriegsmarine, „Gorch Fock“, „Horst Wessel“ und „Albert Leo Schlageter“. Bis nach dem 2. Weltkrieg, den beide Brücken wie auch der Turm weitgehend unversehrt überlebten, blieb der Signalturm in Düsternbrook eines der Wahrzeichen Kiels, auch wenn er für seinen Zweck mangels deutscher Marinestreitkräfte nach 1945 nicht mehr gebraucht wurde. Dafür zeigte er der Schiffahrt den Weg in das Innere der Förde, hatten die noch wenigen Segler mit Liegeplatz  im Olympiahafen einen guten Ansteuerungspunkt, konnten die Kanuten und Ruderer ihren Weg zu den Bootshäusern südlich der Reventlou-Brücke abkürzen, indem sie zwischen Land und Signalturm durch die Holzkonstruktionen von Adalbert- und Blücher-Brücke hindurchfuhren. Als kurz nach dem Krieg der große, bis dahin unversehrte U-Boot-Bunker in Dietrichsdorf, heute zum umstrittenen Denkmal gekürt, gesprengt wurde, erlitt der Signalturm erste Schäden am Fundament, später durchgeführte weitere Sprengungen verstärkten die Schäden, so daß der Turm, für die neue Marine auch nicht mehr benötigt, im Dezember 1958 abgebrochen wurde. Mit ihm verschwanden die alten hölzernen Brücken der Kaiserzeit. Für das neue Segelschulschiff der Marine, „Gorch Fock“, wurde die neue Blücher-Brücke, ein Neubau aus Stahl und Beton, errichtet, der heute zivilen Zwecken dient. So erinnern nur noch die unzähligen Postkarten und Abbildungen an den alten Signalturm an der Adalbert-Brücke.

Der alte Signalturm - ehemaliger Ansteuerungspunkt der KKK-Kanuten

Es waren die Zeiten, als die Mitglieder Kieler Kanu-Vereine das Recht hatten, auf einem schmalen mit Strandhafer bewachsenen Streifen vor dem Schutzdeich der alten Festung Friedrichsort zu zelten. Damals konnte man - vom Hafendampfer oder Sportboot aus -  regelmäßig am Wochenende und zur Urlaubszeit leuchtend weiße aus Nessel selbst gefertigte Überdächern  sehen, die winzige Zelte vor Regen und Wind schützten - Zelte,  die meist Vorkriegsmodelle waren und - im Vergleich zur Kaufkraft der D-Mark damals - zu happigen Preisen zu kaufen waren  oder nach Maß gefertigt wurden. Die Fahrt zum Leuchtturm fand mangels freien 5-Tage-Woche erst am Sonnabend Mittag statt und  schon Sonntag nachmittags  ging es dann in Faltbooten zurück: Richtung Innenförde zu den Bootshäusern, die Boote vom Kieler Kanu-Klub natürlich zum alten Bootshaus Düsternbrooker Weg in unmittelbarer Nachbarschaft der Reventlou-Brücke. Weithin sichtbarer Ansteuerungspunkt für die Heimfahrt der Kanuten wie auch anderer Wassersportler aus Richtung Außenförde war ein Turm, an  den sich heute nur die Älteren, d.h. Kieler von knapp 50 Jahren und älter,  erinnern können: der Signalturm am Südende des Olympiahafens von 1936.  Kaum einer vermag heute zu sagen, wann der Turm gebaut wurde und wann er wieder verschwand. Er war wie vieles andere in Kiel Produkt des ungeheuren Wachstums der kaiserlichen Marine zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit den immer mehr  zahlreicherer und immer größeren Kriegsschiffen ergab seinerzeit das Problem des Informationsaustausches  zwischen den Dienststellen an Land und den Schiffen, denn es gab ja noch nicht annähernd die technischen Kommunikationsmittel wie heute. Man war weitgehend auf Flaggen- und Scheinwerfersignale angewiesen, die von erhöhter und weithin sichtbarer Stelle abgegeben werden mußten. So  baute man um 1913 einen Signalturm, der durch eine etwa 50 m lange hölzerne Brücke, die Adalbert-Brücke,  mit Land verbunden war. Turm und Brücke lagen unmittelbar neben der - nach dem 2. Weltkrieg neu gebauten - Blücher-Brücke. Wegen der Nähe dieser Brücke denken viele Menschen heute, der Signalturm hätte an der Blücher-Brücke gestanden, ein Irrtum, dem auch mancher Buchautor erlegen ist. Bis nach dem 2. Weltkrieg, den beide Brücken wie auch der Turm mit relativ geringen Schäden  überlebten, blieb der Signalturm in Düsternbrook eines der Wahrzeichen Kiels, auch wenn er für seinen Zweck mangels deutscher Marinestreitkräfte nach 1945 nicht mehr gebraucht wurde.
Wer nun mit seinem Faltboot mehr oder weniger froh den Olympiahafen (man benutzte den Namen ohne Zusatz „von 1936“ oder „Düsternbrook“, da es ja noch keinen anderen gab!) erreicht hatte, konnte den Weg zum Steg des KKK auf zweierlei Weise abkürzen. Man passierte - was Ruderer und Segler nicht konnten - den Signalturm auf der Landseite, quälte sich zwischen den hölzernen Pfähle der Adalbert und Blücher-Brücke hindurch und . fuhr dann auf ähnliche Weise unter der Reventlou-Brücke hindurch, die in früheren Zeiten noch einen Pavillon mit Gaststätte trug,

erschienen in ähnlicher Fassung im Kieler Anzeiger 1999sowie in den Vereinsnachrichten des Kieler Kanu-Klubs

(c) Pieper-Wöhlk 2006


 
 


Titeblatt einer Bildersammlung über Kiel



(c) Pieper-Wöhlk, Kiel 2006                            Quelle:  Sammlung Pieper-Wöhlk