Sie fuhr als erste auf der Linie Kiel - Oslo: MF "Kronprins Harald"
(I)
Geschichte der Kieler Fährlinien nach Norden
[Reedereien
der Fördeschiffahrt] [Chronik
der Fördeschiffahrt] [Ferry-site
(dänisch)]
Aktuelle
(einschließlich
ihrer Geschichte) und historische
Fährlinien
von Kiel:
(nur Linien mit
Passagierbeförderung!)
Hilfe! Wir suchen Fotos von
einigen Fährschiffen: MF "Isefjord" mit rotem Schornstein und Marke
KL,
MF "Drottningen" mit STENA-Schornstein, MF "Scandinavica" ex. Bolero (2
Schornsteine) mit
STEN-Schornstein (Seitenaufnahme)! Am besten per e-mail
oder auf anderem Wege (Portokosten werden ersetzt!). Danke!
Dank netter Zeitgenossen haben wir hier schon einige Fortschritte gemacht (bitte Fotos anklicken!)
Die Chroniken der Linien
sind kurz und knapp und sollen durch ausführlichere separate Chroniken
ersetzt werden.
1. Die Linie Kiel -Oslo (Jahre-Line, Color-Line) Abfahrt Oslokai, später Norwegenkai
Die erste Fährlinie
von Kiel nach Oslo startete 1846 - genauer gesagt: von Kiel nach Christiania,
denn so hieß Oslo vor 1904!
1961 wurde die noch heute
ebstehende Linie in Regie der Jahre-Line eröffnet. Erstes Schiff war
die "Kronprins Harald", der zwei weitere Schiffe gleichen Namens folgten.
Das neueste Schiff auf der Linie ist seit dem 11. Dezember die "Color Fantasy".
2. Die Linie Kiel - Göteborg (Stena-Line) Abfahrt Oslokai, später Schwedenkai
Der schwedische Reeder Sten A. Olsson verdiente mit seinen ersten Fähren - u.a. ach Nakskov und Faaborg - genug, um richtig ins Geschäft mit der Fährschiffahrt einzusteigen. Am 25. April 1967 folgte die „Stena Germanica“, der innerhalb weniger Jahre weitere Fährschiffe, zunächst die „Stena Atlantica“, die „Stena Scandinavica“, die „Stena Olympica“, die Scandinavica“ ex „Prinsessan Birgitta“ von Travemünde-Göteborg , die „Kronprinsessan Victoria“ sowie einige kurzzeitig eingesetzte Schiffe, darunter Frachtfähren. 1976 gab es den kurzen versuch, tagsüber mit einem zusätzlichen Schiff, der ehemaligen Eisenbahnfähre der Statens Järnvägar (Schweden) "Drottningen" zwischen Ankunft aus Göteborg und Abfahrt dorthin noch den Hafen von Nakskov zu bedienen. Der Versuch scheiterte letztlich daran, daß die Fahrzeiten nicht eingehalten werden konnten. Seit über 10 Jahren verkehren auf der nunmehr klassischen Linie nach Göteborg die beiden in Polen gebauten sogenannten Jumbo-Fähren „Stena Germanica“ und „Stena Scanidinavica“, wenn auch durch den Wegfall des zollfreien Einkaufes die Bedingungen ungünstiger geworden sind.
3. Die Linien
Kiel - Korsör (Halskov), -Nakskov, -Nyborg u.a. (diverse
Reedereien)
Abfahrt zuletzt Oslokai
Sie ist eine der ältesten Kieler Linien nach Norden. Im 19. Jahrhundert wurde sie nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen zunächst ausschließlich von einer dänischen Reederei, ab 1880 auch von der Kieler Reederei Satori und Berger regelmäßig als Tages-Postdampfschiffslinie bedient und bis nach dem 1. Weltkrieg (1924) aufrecht erhalten. Um die Jahrhunderwende fuhren elegante und beliebte Schiffe wie „Prinz Waldemar“ zweimal wöchentlich die Route nach Korsör. Die lange Tradition dieser in Kiel bezieht sich leider auch auf die regelmäßig geringe Lebensdauer dieser Linien. Schiffslinien von Kiel nach Korsör sowie Nakskov oder Nyborg sind nach dem 2. Weltkrieg (ab Mai 1950 MF "Harald Ivers" bzw. "Christian Ivers", ehemalige Minensucher) häufig eingerichtet, aber auch immer nach kurzer Zeit wieder eingestellt worden.
Weitgehend vergessen ist
heute, daß kurz nach der „Kronprins Harald“ 1963 eine kleine Fähre
namens „Isefjord“ mit rot-weißer Schornsteinmarke „KL“ den Verkehr
von Kiel nach Nakskov aufnahm. Ihre Gäste vertrauten sich dem
betagten Schiff weniger zu dem Zweck an, die dänische Insel Lolland
zu erreichen, sondern um zollfrei einkaufen und preiswerten Schnaps trinken
zu können. Es war daher kein Wunder, daß das Schiff besonders
bei dänischen Fahrgästen beliebt war. Wie auch immer, das Konzept
der „Isefjord“ war ein voller Erfolg. Ihr Reeder Sten A. Olsson eröffnete
am 3. April 1964 eine weitere Fährlinie mit Zielhafen Faaborg.
Als dritte Linie vom Oslo-Kai
folgte ab 10. Juni 1964 die 3-K-Linie der Skandinavisk Linietrafik. Ihr
Schiff, die „Scania“, befuhr - zeitweise zusammen mit einem zweiten
Schiff - die Traditionslinie Kiel-Korsör bis zum 7. November 1966.
Ihr folgten später 1972, 1973, 1975) die STENA-Schiffe in der Pause
zwischen morgentlicher Ankunft und abendlicher Abfahrt auf ihrer eigentlichen
Route, einen Winter lang (1983/1984) die (alte) MF "Norröna", die
sonst Island und die Färöer bedient sowie 1990, 1993 und 1996
die "Kong Frederik" der Dänischen Staatsbahnen.
Nach der "Isefjord" lief
im Jahr 1976 die STENA-Fähre "Drottningen" Nakskov an, d.h. sie versuchte
tagsüber die Linie Kiel - Nakskov zu bedienen und nachts den boomenden
Verkehr von und nach Göteborg zu verstärken. Verspätungen
ließ die Redeerei dies schnell abbrechen, das an sich schmucke Schiff
- mit Gleisen ausgerüstet, also eigentlich Eisenbahn-Fähre -
war zu langsam. Wer Pech hatte, ergatterte in Göteborg die "Drottningen"
als früher fahrende Fähre nach Kiel und kam - wie der Verfasser
dieses Textes einmal - dennoch später als im Fahrplan vorgesehen
in Kiel an! Die MF "Scandinavica" ex. Bolero, ein Zweischornsteiner, schaffte
es zwei Jahre später besser, abends ging es nach Kiel bzw. Göteborg,
ab da tagsüber nach Fredrikshavn und zurück sowie am nächsten
Tag von Kiel nach Korsör und zurück. Das waren noch Zeiten! Da
ist des mit den rund 20 Jahre fahrenden heutigen STENA-Fähren richtig
langweilig gworden.
4. Die Linie Kiel
- Langeland (Langeland - Kiel A/S,
Abfahrt zuletzt Ostseekai/früher Oslokai
Link z. Zt.
http://www.langeland-kiel.com/)
Nach der Linien Kiel - Göteborg und Kiel-Korsör kann die Verbindung nach Bagenkop sich damit brüsten, die drittmeisten Schiffe eingesetzt zu haben, und das in relativ kurzer Zeit. Seit dem 1. Mai 1965 fuhren zunächst drei Schiffe mit dem Namen der dänischen Insel bis zu 3 Abfahrten täglich, Butterfahrer waren genauso Gäste wie LKWs und Wohnwagengespanne auf Ferientour. 1999 wurde dann noch kurz die "Apollon" eingesetzt, dann war kurze Pause. Im Sommer 2000 folgte die "Difko Fyn" auf der Route, 2001 und 2002 mußte der Langeland-Fan lange Umwege in Kauf nehmen oder sich eines Segelbootes oder gar eines Seekayaks bedienen, um Bagnekop zu erreichen. Das Frühjahr 2003 brachte die 4. MF "Langeland", ein Schwesterschiff der "Difko Fyn", immerhin aber mit traditionellem Namen versehen. So schnittig wie auf der Zeichnung der Homepage der Langeland-Reederei war die 4. Langeland leider nicht, relativ langsam, aber sehr sicher! Und auf eine halbe Stunde konnte es doch auch nicht ankommen! Ärgerlich war nur für die, die von Kiel aus fuhren, daß man nach einem Aufenthalt in Bagenkop am gleichen Tag nicht wieder Kiel erreichen konnte. Ob dies der entscheidende Grund war, die Linie im November 2003 wieder einzustellen? Wer jetzt nach Langeland will, muß über die Vogelfluglinie fahren und von Lolland (Tårs) nach Langeland (Spodsbjerg) übersetzen. Dabei entfällt natürölich die attraktive Fahrt durch die Kieler Förde. Aber die kann man auch mit einem der Fördeschiffe oder einem Schiff anderer Anbieter haben( Chronik der Fördeschiffahrt).
5. Die Linie Kiel - St. Petersburg (DFDS LISCO GmbH ) Abfahrt Ostuferhafen
Nur wenige Jahre konnte sich
die Fährlinie nach Leningrad/St. Petersburg - überwiegend mit
der „Anna Karenina“ befahren - halten. Auch die Kombination mit einem Anlaufen
des schwedischen Hafens Nynäshamn konnte zu keinem Erfolg auf Dauer
führen.
Inzwischen hat sich von
Kieler Ostuferhafen wieder eine Fährlinie nach Russland etabliert,
die Linie wird durch die DFDS LISCO GmbH bedient. Diese Linie befördert
keine Passagiere!
6. Die Linie Kiel - Klaipeda (DFDS LISCO GmbH ) Abfahrt Ostuferhafen
Die DFDS LISCO GmbH Linie setzt unter völlig veränderten Vorzeichen seit 1993 (zunächst als Lisco Balticlines, dann zusammen mit Scandlines) die Tradition des alten Ostpreußen-Dienstes fort. Die Fähren "Lisco Optima" und "Lisco Gloria" sind für Passagiere und für Fracht ausgelegt!
Wir danken der DFDS LISCO GmbH für Informationen und Bildangebote!
7. Die Linie Kiel - Ostpreußen Abfahrt (Haupt-)Bahnhofskai
Nach dem 1. Weltkrieg spielte
dann vor allem die Schiffsverbindung zum vom Reichsgebiet abgetrennten
Ostpreußen ein große Rolle. Vom Kieler Hauptbahnhofskai fuhren
die Schiffe des Seedienstes Ostpreußen (u.a. „Preußen“
und „Tannenberg“) regelmäßig nach Osten. Die Zugreise
durch das seit 1920 polnische Westpreußen - abgeschlossene Wagons
im Korridor und lange Fahrzeiten - war wenig attraktiv und viele zogen
die erholsame Schiffspassage der Eisenbahnfahrt vor. Der 2. Weltkrieg brachte
im Deutschen Reich die Beschlagnahmung allen Schiffsmaterials zugunsten
der Marine und brachte für Jahre das Ende ziviler deutscher Seefahrt.
Aus Fährschiffen und Kreuzfahrern wurden Truppentransporter und Lazarettschiffe.
Die letzten großen Einsätze der Fährpassagierschiffe des
Reiches waren die Fahrten der Rettungaktion über die Ostsee Richtung
Westen.
Fotogalerie Fähren von Kiel nach Norden
Fähre Kiel - Korsör (vor 1900)
MS "Tannenberg" vom Seedienst Ostpreußen
(u.a. Kiel - Svinemünde - Pillau u.a., 1922 bis 1944)
Die erste "Kronprins Harald" am Oslokai (heute Ostseekai)
MF "Isefjord" Kiel - Nakskov 1963 - 1965
MF "Scania" Kiel Korsör, 1960er Jahre
MF "Scania" (links) und MF "Isefjord" am Oslokai, 1960er Jahre
Die erste Langeland auf der Route Kiel-Bagenkop
Die zweite "Kronprins Harald" beim Auslaufen aus der Kieler Förde
*


Prinsesse Ragnhild (I) 1974 am Oslokai
(Foto: Markus Rücker)
MF "Scandinavica" am Oslokai, 1978
(Foto: Markus Rücker)
MF "Scandinavica" in voller Fahrt, 1978
(Foto: Markus Rücker)
"Kronprinsessan Victoria" der STENA Line, am Schwedenkai, ca. 1980
(Foto: Heinz Behm)
"Stena Scandinavica" 2005 in Kiel (Foto: Markus Rücker)
M/F "Lisco Gloria" bei der Ankunft im Kieler Hafen *
Oslo Fähre "Prinsesse Ragnhild" * Sommer 2003
Oslo Fähre "Kronprins Harald" * Sommer 2003
"Stena Germanica" passiert Leuchtturm Friedrichsort *
Die vierte "Langeland" bei der Windjammerparade 2003, das Schiff ist
bereits
die sechste Fähre auf dieser Linie seit 1965 und vom gleichen
Schiffstyp wie die "Difko Fyn" (s.o.) *
Die erste Fähre Kiel-Oslo, die weder Kronprins Harald noch Princess
Ragnhild heißt:
MF "Color Fantasy", die größte Personenfähre der Welt,
über 70000 BRT (*)
Die MF "Svealand" im September 2005 auf der Linie von Klaipeda nach
Kiel
Das Schiff fährt seit Mai 2006 als "Lisco Optima" für die
DFDS LISCO GmbH die Linie.(*)